ver.di Jugend
Tarifrebell*innen

Eine der Kernaufgaben der ver.di Jugend liegt im Bestreiten von Tarifauseinandersetzungen. Weil diese nach einem festen Schema ablaufen, wirken sie oft ritualisiert – und auf junge Menschen alles andere als attraktiv.

Um die Beteiligung junger Beschäftigter und Auszubildenden an Tarifauseinandersetzungen zu erhöhen, brauchte es daher ein grundlegendes Rebranding des Konzepts „Tarifverhandlung.“

Unter dem Claim „Tarifrebell*innen“ erklärt die ver.di Jugend Tarifauseinandersetzungen zur Rebellion, und stellt jungen Menschen on- und offline- Werkzeuge zur Verfügung, mit denen sie Räume (re)claimen und Strukturen einreißen können.

In der eigenständigen Jugendorganisation der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaften ver.di sind rund 110.000 Mitglieder organisiert. Sie setzen sich für gute Arbeits- und Lebensbedingungen junger Arbeitnehmer*innen und Auszubildender ein und vertreten gemeinsam deren Interessen vor Politik und Wirtschaft.

Um dabei erfolgreich sein zu können, braucht es vor allem eins: eine breite und aktive Mitgliederbasis. Die Willensbildung der ver.di Jugend erfolgt auf allen Ebenen demokratisch. Erfolge erwachsen aus und mit den Mitgliedern.

Die ver.di Jugend hat ein klares Ziel: Gerechte Ausbildungsvergütungen und Löhne, gesicherte Übernahme und ein gutes Arbeitsleben erkämpfen – nicht nur für, sondern gemeinsam mit jungen Menschen.

Das primäre Ziel ist die Erhöhung der Beteiligung von jungen Beschäftigten und Auszubildenden an Tarifauseinandersetzungen und damit auch das Verbessern ihrer Arbeitsbedingungen.

Außerdem soll die nachhaltige Mitgliederentwicklung durch das Schaffen einer stärkeren Identifikation mit der Gewerkschaft erreicht werden.

Um junge Beschäftigte nachhaltig dazu zu bewegen, sich in Gewerkschaften zu organisieren und bei Tarifauseinandersetzungen für ihre Rechte einzustehen, brauchte es ein grundlegendes Rebranding des kommunikativ angestaubten Konzepts „Tarifverhandlung“.

Unsere Strategie war es daher, den eigentlichen Kern der Gewerkschaftsarbeit wieder ans Licht zu bringen und mit dem Lebensgefühl einer neuen Generation zu verknüpfen: Gewerkschaft ist Protest. Gewerkschaft ist Aufstand. Gewerkschaft ist Rebellion. Aber keine Rebellion funktioniert ohne aktive Rebell*innen.

Geboren waren die Tarifrebell*innen!

Der Kampagnenclaim Tarifrebell*innen überzeugte vor allem deshalb, weil er die Zielstellung auf den Punkt bringt, aber innerhalb der Dachkampagne viel Platz für eine flexible Anwendung und Weiterentwicklung lässt.

Regional und thematisch extrem differenzierte Teilzielgruppen der einzelnen Tarifrunden können innerhalb des inhaltlich und visuell wiedererkennbaren Rahmens die Kampagne zu ihrer eigenen machen. Dieser DIY-Gedanke ist dabei nicht nur ein ressourcenschonender Ansatz, sondern wird auch dem eigenen Anspruch der Mitglieder der ver.di Jugend gerecht.

Das Hauptziel der Kampagne, Arbeits- und Ausbildungsbedingungen junger Beschäftigter zu verbessern, konnte bereits bei mehreren Tarifrunden erreicht werden: Unter anderem erstritt die ver.di Jugend in Tarifauseinandersetzung mit dem Öffentlichen Dienst deutlich bessere Arbeitsbedingungen für Auszubildende, z.B. einen Rechtsanspruch auf Übernahme nach Ausbildungsabschluss. Bei Tarifverhandlungen mit der Post konnte sogar eine Lohnerhöhung um 5%, statt, wie vom Arbeitgeber angeboten, 1,5% erwirkt werden. In der Tarifgemeinschaft Energie gibt es neben 600€ Sonderzahlung im März 2021, fast 100 EUR mehr Vergütung bis 2022 und die gesicherte Übernahme nach der Ausbildung.

Im Jahr 2021 stehen im Rahmen der Kampagne weitere große Tarifrunden an. Die Tarifrebellion geht weiter! Zusätzlich konnte die ver.di Jugend einen deutlichen Mitgliederzuwachs bei Nachwuchskräften der Post und im öffentlichen Dienst verzeichnen: In den Monaten der Tarifrunden 2020 steigerte sich die Zahl der Eintritte im Vergleich zum Vorjahr um 32% (rund 5000 Personen). Insgesamt wurden in den Tarifrundenmonaten 2020 14.850 neue Mitglieder gewonnen.

Ein besonderes Highlight der Kampagne war der Jugendstreiktag im öffentlichen Dienst, bei dem über 3000 junge Streikende gemeinsam auf die Straße gingen – so viele wie noch nie, und dass trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie.

  • Neben der politischen Arbeit liegt die Kernaufgabe der ver.di Jugend in der Durchführung und kommunikativen Begleitung von Tarifauseinandersetzungen in den Tarifrunden der vertretenen Branchen.Tarifauseinandersetzungen wirken jedoch oft ritualisiert und unzugänglich. Sie spannend für Nachwuchskräfte und junge Beschäftigte zu gestalten und zu kommunizieren ist eine große Herausforderung.Für die Jugendtarifkampagne ab 2020 wurde deshalb eine Kampagne gesucht, die von Anfang an begeistert, über einen längeren Zeitraum immer wieder neu gedacht werden kann und auf alle thematischen Schwerpunkte und Besonderheiten der einzelnen Tarifrunden flexibel anwendbar ist.

    Über den gesamten Kampagnenverlauf sollten echte Beteiligungsmöglichkeiten für eine starke Identifikation mit der Kampagne sorgen und den Grundgedanken der ver.di Jugend fortführen: gemeinsam stark sein.

Die Zielgruppe sind Auszubildende, junge beschäftige bis 27 Jahre und dual Studierende, die in den Geltungsbereich der jeweiligen Tarifverträge des Organisationsbereiches von ver.di fallen. Bereits aktive Mitglieder sollen als Multiplikator*innen agieren und noch nicht in der Gewerkschaft Aktive zu Aktionen und Mitgliedschaft motivieren.

Um das Engagement der jungen Aktiven gezielt einzusetzen, wurden eine große Reihe von on- und offline-Materialien entwickelt und in Aktionspaketen an die Aktiven gesendet.

Neben klassischen Materialien, wie Textilien und Giveaways, dient als Hauptaktionselement Tape im Kampagnendesign. Die Aktiven nutzen das Klebeband, um sichtbar zu werden, Räume zu (re)claimen und Botschaften immer wieder neu in die Welt zu tragen. Inmitten der Corona-Pandemie kann damit sicher im öffentlichen Raum agiert werden.

Der DIY-Gedanke spielt auch in der Onlinekommunikation der Kampagne eine Hauptrolle, u.a. mit individualisierbaren Social Media– und Plakatvorlagen, sowie einer auf Interaktion ausgerichteten Social Media Strategie. Zielgruppengerecht steht Social Branding im Mittelpunkt: beispielsweise werden Reaction-GIF-Sticker angeboten, um eigene Instagram Stories als Teil der Kampagne branden zu können. Abgerundet wird die Onlinekommunikation durch tarifrundenspezifische Telegram- Kanäle und regionale Videoproduktionen, die die Kampagnenästhetik nahtlos fortsetzten.

Die verschiedenen Phasen jeder Tarifrunde ergänzen Kampagneninstrumente, wie ein digitales Forderungsfindungstool, eine aktivierende Telefonkampagne, die während Corona das persönliche Gespräch im Betrieb ersetzt, sowie on- und offline stattfindende Aktiventreffen.

Kontakt zum Unternehmen

ver.di Jugend

Paula-Thiede-Ufer 10
10179 Berlin
www.jugend.verdi.de

Fakten zum Unternehmen

  • Gründungsjahr: 2001
  • Mitarbeiterzahl: 70 Jugendsekretär*innen
  • Branchenumfeld: Gewerkschaften
  • Standorte: 61 Bezirke mit 70 Jugendsekretär*innen

Projektverantwortliche

ver.di Jugend

  • Marcel Voges (Gewerkschaftssekretär mit Schwerpunkt Jugendtarifkampagnenarbeit)

Agentur: wegewerk GmbH
Saarbrücker Straße 24, 10405 Berlin

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